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Glocke mit Geschichte

Glocke mit Geschichte

Dorfleben – Geläut wechselt 1957 den Standort vom alten zum neuen Schulhaus in Mittershausen

Schule Mittershausen

Seit 1957 ziert die Glocke von Mittershausen das „neue“ Schulhaus am Auwiesenberg, in dem heute Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehr untergebracht sind. Ursprünglicher Standort war aber seit 1897 das alte Schulhaus am Pfalzbach 28.  Archivfoto: Lutz Igiel

In einem historischen Beitrag beschäftigt sich Klaus Gehron mit der Glocke, die zunächst im alten Schulhaus von Mittershausen, seit 1957 im neuen Schulhaus am Auwiesenberg, dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus.

MITTERSHAUSEN. 1897 wurde auf das Schulhaus (heute Am Pfalzbach 28) das Türmchen aufgebaut, in dem die neue Glocke untergebracht wurde, schreibt Gehron. Diese habe dann viele Jahre Margarethe Winkler (die Bortels Gretche) von Hand geläutet. Sie wohnte quasi gegenüber. Die Glocke wurde täglich um 11 Uhr geläutet; außerdem wurde sie zum Ausläuten und zum Begleitläuten bei Beerdigungen verwendet.

Zu dieser Zeit war es noch üblich, dass die Verstorbenen drei Tage bis zur Beerdigung im Haus aufgebahrt blieben, da es noch keine Leichenhalle gab. In der so genannten Leichenhalle in Mittershausen hatte nur der Leichenwagen Platz. Am Tag der Beerdigung kam der Leichenwagen – von Pferden gezogen – und holte den Leichnam ab.

Töchter sagen der Mutter, wann sie läuten soll

Die Trauergemeinde begleitete den Leichnam vom Trauerhaus aus zur Beisetzung auf dem Friedhof. Dabei wurde während der gesamten Zeit die Glocke geläutet. Die Töchter von Margarethe, Helga und Erna, hatten dabei eine besondere Aufgabe: Sobald sich der Trauerzug in Bewegung setzte, gaben sie ihrer Mutter ein Zeichen, damit Margarethe anfing zu läuten. Die Mädchen liefen dann mit dem Trauerzug mit bis zur Krümmung an der Hohl unterhalb des Friedhofes. Dort kehrten sie um, liefen schnell zur Mutter in der Schule und sagten ihr, dass sie mit dem Läuten aufhören könne. So lange wie die Mädchen von der Hohl bis zur Schule zurück brauchten, so lange brauchte der Trauerzug vom Anfang der Hohl bis zum Friedhof.

Nach einer gewissen Zeit wusste Gretchen Winkler schon, wie lange sie warten muss, bis der Pfarrer mit dem „Vater unser“ anfing und wie lange das Gebet dauert – sie wird wohl mitgebetet haben – während dieser Zeit läutete sie wieder.

Als die Glocke 1957 in das Türmchen auf der „neuen Schule“ (Am Auwiesenberg) gehängt wurde, endete Gretchens Dienst. Diese Aufgabe übernahmen dort nun Peter und Anna (Annche). Auch heute noch läutet diese Glocke zur gleichen Zeit und zu den gleichen Anlässen. Jedoch wird das seit einigen Jahren nicht mehr manuell vom Hausmeister vorgenommen, sondern elektrisch gesteuert.

Quelle: Echo-Online.de

04.01.2014, 08:00 von Klaus | 6751 Aufrufe

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